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Vor rund 100 Jahren hatte die Schafhaltung noch einen hohen Stellenwert.
Mit mehr als 28 Millionen Schafen zählte die Schafhaltung in Deutschland zum wichtigsten
Tierhaltungszweig. Neben der Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Fleisch dienten Schafe v. a.
als Woll- und Düngerlieferanten. Schafe wurden damals vorwiegend in Herden mit mehreren hundert
Tieren in so genannten Wander- und Hüteschäfereien gehalten. Dabei wurden aufgrund knapper
Weideflächen tagsüber unter Aufsicht des Schäfers und seinen Hütehunden hängige, wenig ertragreiche
Flächen (s. g. Hutungen), Wegränder und im Herbst abgeerntete Ackerflächen beweidet.
Abends wurde das Nachtlager (s. g. Pferch) auf den Ackerflächen aufgeschlagen und somit die Fläche
durch den Dung der Schafe mit begehrten Nährstoffen versorgt.
Billigimporte von Wolle und die Intensivierung der Landwirtschaft (so z. B. die Einführung von Kunstdünger)
machten die Schafhaltung zunehmend unattraktiv. Guts- und Genossenschaftsherden wurden in
Folge in den fünfziger Jahren aufgegeben und die Schafbestände nahmen rasant ab.
Heute werden in Deutschland nur noch etwa 2 Millionen Schafe zumeist in kleinen
Koppelhaltungen (d. h. auf fest eingezäunten Standweiden) gehalten. So auch in
Südniedersachsen: Der letzte Haupterwerbsschäfer im Landkreis Göttingen gab in den
neunziger Jahren seinen Beruf auf. |
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